Eine Gesundheits-App sollte zu einer klaren Aufgabe passen: Aktivitäten dokumentieren, Informationen ordnen oder eine bestimmte Versorgung unterstützen. Prüfen Sie vor der Installation Zweck, Datenverarbeitung und Kosten. Eine ansprechende Oberfläche ist kein Nachweis für medizinischen Nutzen.
Zuerst die Aufgabe festlegen
Was möchten Sie mit der Anwendung tun? Eine App für allgemeine Gewohnheiten ist etwas anderes als eine digitale Anwendung zur Behandlung einer Erkrankung. Je genauer Sie den Zweck kennen, desto leichter können Sie unnötige Funktionen erkennen.
Notieren Sie, welche Angaben Sie eingeben müssten und ob Sie diese Funktion tatsächlich regelmäßig verwenden wollen. Eine App, die kaum genutzt wird, kann dennoch Gebühren verursachen oder Daten verarbeiten.
Wellness-App und DiGA unterscheiden
Nicht jede Gesundheits-App ist eine digitale Gesundheitsanwendung, kurz DiGA. Für eine DiGA prüfen Sie den Eintrag im offiziellen BfArM-Verzeichnis und dessen konkrete Angaben. Ein App-Store-Eintrag ersetzt diese Prüfung nicht.
Verwechseln Sie eine mögliche Verordnungsfähigkeit nicht mit persönlicher Eignung. Die Frage, ob eine Anwendung zu Ihrer Behandlung passt, gehört in das Gespräch mit der betreuenden Fachperson.
Datenschutz nachvollziehen
Lesen Sie, wer verantwortlich ist und wofür Daten verwendet werden. Welche Berechtigungen verlangt die App? Ist eine Weitergabe an andere Unternehmen beschrieben? Wie lassen sich Konto und Daten verwalten?
Wenn die Erklärung unverständlich bleibt, fragen Sie nach oder verzichten Sie zunächst auf sensible Angaben. Eine Verschlüsselungsbehauptung allein beantwortet nicht, welche Informationen verarbeitet oder weitergegeben werden.
Gesamtkosten prüfen
| Prüffrage | Worauf Sie achten |
|---|---|
| Kostenlos oder Testphase? | Wann eine Zahlung beginnt |
| Einmalbetrag oder Abonnement? | Laufzeit und wiederkehrende Kosten |
| Welche Funktionen sind enthalten? | Zusätzliche Freischaltungen |
| Wie kündige ich? | Zugang zum tatsächlichen Kündigungsweg |
Screenshots der Buchungsbedingungen können helfen, die eigene Entscheidung zu dokumentieren. Sie ersetzen jedoch nicht das Lesen der aktuellen Bedingungen.
Häufige Fragen
Ist jede Gesundheits-App medizinisch geprüft?
Nein. Prüfen Sie den konkreten Status und die belegten Aussagen des Angebots.
Sind viele Sterne ein Wirksamkeitsnachweis?
Nutzerbewertungen beschreiben Erfahrungen, nicht automatisch medizinische Evidenz.
Übernimmt die Krankenkasse jede App?
Nein. Erstattung und Zugang müssen für das konkrete Angebot geklärt werden.
Ihr nächster Schritt: Prüfen Sie Zweck, Daten und Gesamtkosten, bevor Sie Gesundheitsinformationen eingeben.
Weiterführende Ratgeber
- [Gesundheitsinformationen im Internet: So prüfen Sie Quellen und Versprechen](/ratgeber/gesundheitsinformationen-pruefen/)
- [Elektronische Patientenakte: Zugriff und Datenschutz verstehen](/ratgeber/elektronische-patientenakte/)
- [Online-Arztangebote vergleichen: Leistungen und Kosten prüfen](/ratgeber/online-arztangebote-vergleichen/)
Quellen
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